Knappe Niederlage beim MBC
Trotz verbesserter Energie und Verteidigung
Die Basketball Löwen Braunschweig haben am Sonntagnachmittag im Auswärtsspiel beim Pokalsieger SYNTAINICS MBC eine kämpferische Leistung gezeigt, reisen aber dennoch mit der vierten Niederlage in Folge im Gepäck zurück. Sie mussten sich in einer intensiven und hart umkämpften Partie mit 13 Führungswechseln mit 77:82 geschlagen geben. Dabei entschieden neben einer schwächeren Trefferquote vor allem zu viele Fehler zu Beginn des Schlussviertels über den Ausgang des Spiels – ein 15:2-Lauf der Gastgeber in dieser Phase gab den Ausschlag für die Niederlage. Das Positive: Trotz des negativen Ausgangs haben die Löwen den direkten Vergleich nach dem 76:70-Sieg im Hinspiel gewonnen. Außerdem zeigte sich das Team von Headcoach Jesús Ramírez im Vergleich zu den vorherigen deutlichen Niederlagen defensiv deutlich verbessert und agierte die meiste Zeit mit hoher Intensität. Vor allem der Kampfgeist war da, was sich in bemerkenswerten 18 Offensiv-Rebounds widerspiegelte.
Bereits das erste Viertel war von hoher Intensität geprägt. Die Löwen-Verteidigung zeigte sich besonders am Ball sehr aggressiv und erschwerte dem MBC das Scoring. Aber auch die Gastgeber verteidigten gut, weshalb es nach vier Minuten nur 5:4 stand. Sananda Fru setzte in dieser Phase defensiv mit zwei Blocks ein Zeichen und untermauerte die engagierte Verteidigungsleistung seiner Mannschaft. Darüber fanden die Löwen mit zunehmender Spielzeit auch offensiv mehr Rhythmus. Sie trafen im ersten Viertel gute 58 Prozent aus dem Feld. Allerdings wurde das Spiel immer hektischer und zerfahrener, beide Teams leisteten sich etliche Ballverluste. Die Gastgeber nutzten dies zunächst etwas besser aus und gingen mit einer 21:19-Führung ins zweite Viertel.
Das hatte aber noch keine Aussagekraft, wenngleich einige Löwen-Fehler dazu führten, dass der MBC sich schnell auf sieben Punkte absetzte (19:26, 11. Min.). Jesús Ramírez griff zur Auszeit, und sein Team zeigte darauf die entsprechende Reaktion. Zwar fielen die Würfe deutlich seltener – in den ersten Minuten fand nur einer von sechs Würfen sein Ziel. Aber TJ Crockett Jr. spielte mit viel Drang zum Korb, zog Fouls und verwandelte seine Freiwürfe sicher. Dazu kamen die Offensiv-Rebounds der Löwen, die für zweite Chancen sorgten. Darüber kamen sie zurück: Mit dem 35:35-Ausgleich war die Partie wieder völlig offen, die bis zur Halbzeitpause eng blieb (40:41).
Nach dem Seitenwechsel nahmen die Intensität und Physis nicht ab, beide Teams schenkten sich nichts. Die Löwen arbeiteten nach wie vor stark am offensiven Brett und belohnten sich: Nach einem Dreier des auffälligen Benny Schröder und einem schwierigen Mitteldistanzwurf von Topscorer TJ Crockett Jr. (21 Punkte) eroberten sie in der 27. Minute eine 58:54-Führung. Doch wie gewonnen, so zerronnen. Der ohnehin von außen sehr treffsichere MBC konterte sofort mit zwei schnellen Dreiern. Dennoch entschieden die Löwen dieses Viertel trotz einer schwächeren Trefferquote mit 25:23 für sich und lagen zum letzten Viertel mit 65:64 vorne.
Doch all ihr bis hierhin gezeigter Einsatz und Kampf gegen die spielerisch smarten und heimstarken Wölfe wurde in den ersten Minuten dieses finalen Abschnitts zunichte gemacht, weil die Löwen in kurzer Zeit sechs Mal den Ball verloren. Der Gastgeber stand zwar kompakt und machte die Passwege zu, aber „offensiv hatten wir in dieser Phase keine Ideen (…) und defensiv haben wir ihnen einen Spielzug nach dem anderen erlaubt“, sagte Ramírez. Erst nach vier Minuten erzielten sie ihre ersten Zähler im Schlussabschnitt und kassierten insgesamt einen 2:15-Lauf zum 67:79. Trotz des Rückstands gaben sich die Löwen nicht auf. Sie setzten auf Ganzfeldpresse und kämpften sich mit einem 8:0-Lauf noch einmal bis auf vier Punkte (75:79) heran. Zwar reichte es nicht mehr, um das Spiel zu drehen, aber immerhin belohten sich die Löwen durch ihr Finish noch mit dem gewonnenen direkten Vergleich.
Trainerstimmen zum Spiel
Jesús Ramírez (Basketball Löwen Braunschweig): „Glückwunsch an den MBC. Wir haben zwei ihrer Läufe gestoppt, aber den letzten zu Beginn des letzten Viertels, bei dem wir sehr schlecht aussahen, konnten wir nicht verhindern. Offensiv hatten wir in dieser Phase keine Ideen und verloren immer wieder den Ball, defensiv haben wir ihnen einen Spielzug nach dem anderen erlaubt. Der dritte Run war letztendlich der Schlüssel. Dennoch habe ich zwar kein gutes, aber durchaus so etwas wie ein positives Gefühl, denn wir haben nicht aufgegeben und bis zum Ende weitergekämpft. Wir werden weiter daran arbeiten, die Dinge zu verbessern, die wir heute nicht gut genug gemacht haben und die entscheidend für die Niederlage gegen den Pokalsieger waren.“
Janis Gailitis (SYNTAINICS MBC): „Wir können stolz darauf sein, dass und wie wir gegen die taktisch gut eingestellten und physisch spielenden Braunschweiger gewonnen haben. Die Ausgangslage vor dem letzten Viertel war knifflig. Doch wir sind mit viel Siegeswille aufgetreten und haben das Spiel in der Schlussphase kontrolliert. Auch die Zuschauer hatten heute wieder ihren Anteil am Sieg.“
Basketball Löwen: Crockett Jr. 21, Schröder 7, Mitchell 2 (6 Rebounds), Ščuka 6, Tomic n.e., Velička 13 (6 Assists), Fru 11 (8 Rebounds), Flanigan, Njie 13 (4 Assists), Kalu, Schilling 4.
SYNTAINICS MBC: Devoe 12 (5 Assists), Johnson 7 (6 Rebounds, 5 Assists, 7 Steals), Tkachenko 2, Heck n.e., Vargas, Brewer 15 (4 Assists), Callison 9 (6 Assists), Edigin Jr. 11 (5 Rebounds), Reaves 12, Bryant 9, Kovacevic.
Quelle: PM 23.03.2025